Zuletzt stellte Depp sein herausragendes Können in "Blow" unter Beweis, in dem er den Kokaindealer George Jung porträtierte. Davor sah man ihn in zwei Blockbustern: In "Chocolat" spielte er neben Juliette Binoche, Judi Dench und Lena Olin einen freiheitsliebenden Zigeuner, während er in Tim Burtons "Sleepy Hollow" auf die Jagd nach einem mysteriösen Mörder ging. Zuvor drehten Depp und Burton gemeinsam "Edward mit den Scherenhänden" und "Ed Wood". Depps Karriere beginnt bereits im Alter von 16 Jahren als Gitarrist der Rockband "The Kids", die sich schon kurz nach ihrer Gründung in den Clubs von Florida einen hervorragenden Ruf erspielt. Bei dem Versuch, auch in Hollywood musikalisch Fuß zu fassen, wird der Teenager von Nicolas Cage überredet, es als Schauspieler zu probieren. Mit einer Rolle in Wes Cravens Horrorklassiker A "Nightmare " Mörderische Träume" gibt Depp sein Filmdebüt - ein Kurzauftritt, der lang genug ist, um ihm Lust auf mehr zu machen: Johnny Depp entscheidet sich für die Schauspielerei und hängt seine Musikerlaufbahn an den Nagel. Nach Auftritten in "Die Superaufreißer" und "Platoon" erhält Depp eine der Hauptrollen in der Serie "21 Jump Street", die ihn schnell zum Jugendidol werden lässt. Auf Dauer zeigt er sich aber mit der eindimensionalen Rolle des gut aussehenden Helden unzufrieden. Als Kultregisseur John Waters ihm die Möglichkeit offeriert, die Titelrolle in seinem augenzwinkernden Halbstarken-Drama "Cry Baby" zu übernehmen, sagt Johnny Depp begeistert zu und legt mit seiner überzeugenden Darstellung den Grundstein für jenen Abschnitt seiner Karriere, der ihm den Respekt der Filmindustrie und seiner Fangemeinde sichern wird. Auch in der Folge gibt er mit Vorliebe den missverstandenen Rebellen und sammelt ein ansehnliches Rollenrepertoire an eigenwillig-skurrilen Figuren mit einem ausgeprägten Hang zur Melancholie. In kurzer Folge gibt Depp Meisterleistungen in Tim Burtons Kleinstadt-Groteske "Edward mit den Scherenhänden", Emir Kusturicas Amerikanum "Arizona Dream", Jeremiah Chechiks einfühlsamer Tragikomödie "Benny & Joon", Lasse Hallströms poetischer Lovestory "Gilbert Grape " Irgendwo in Iowa", dem hinreißend bizarren Biopic "Ed Wood" und Jeremy Levens hintergründiger Ode an die Romantik "Don Juan de Marco" und erspielt sich damit den Ruf als Amerikas konsequentester Independent-Schauspieler. Um sein Rollenspektrum zu erweitern und auch im Mainstream zu reüssieren (und einmal an der Seite von Christopher Walken zu spielen), wagt sich Depp in John Badhams Hitchcock-Hommage "Gegen die Zeit" an seine bis dahin konventionellste Rolle. Doch erst mit "Donnie Brasco" gelingt ihm, von dem überragenden Al Pacino zu Höchstleistungen angetrieben, sein erster restlos überzeugender "erwachsener" Part. Auch in den folgenden Arbeiten hat Depp seine gewagte Gratwanderung zwischen Kunst und Kommerz fortgesetzt. In Terry Gilliams psychedelischem Abgesang auf die Post-Hippie-Ära "Fear and Loathing in Las Vegas" porträtierte er seinen guten Freund Hunter S. Thompson, in dem Science-Fiction-Schocker "The Astronaut's Wife" spielte er an der Seite von Charlize Theron und in Roman Polanskis übernatürlichem Thriller "Die neun Pforten" mit Lena Olin und Frank Langella ging er als Bücherjäger auf die Suche nach einem satanischen Literaturwerk.
1997 stellte Depp bei den Filmfestspielen von Cannes sein Regiedebüt
"The Brave" vor.
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