Julie Delpy kam 1969 als Tochter eines Schauspieler-Ehepaares in Paris zur Welt und agierte neben ihren Eltern bereits als Fünfjährige in Stücken von Copi, Arrabal und Topor auf der Bühne. Den Beginn ihrer professionellen Karriere markierte Jean-Luc Godards Film "Detektive", für den sie als Vierzehnjährige vor der Kamera stand. Mit Godard drehte sie hernach auch die englischsprachige Groteske "King Lear", bevor sie in einer Nebenrolle von Léos Carax' "Die Nacht ist jung" sowie als geschundenes Opfer einer Vergewaltigung in der Titelrolle von Taverniers naturalistischem Mittelalterdrama "La Passion Béatrice" für erstes Aufsehen sorgte. Zu internationaler Popularität gelangte die je nach Lichtsetzung transzendente bis somnambule Schönheit mit dem Hang zu Kinderfrau-Parts im folgenden in Agnieszka Hollands "Hitlerjunge Salomon", wo sie eine ideologisch verblendete Deutsche spielte. Nach weiteren Rollen neben Sam Shepard in Schlöndorffs Frisch-Adaption "Homo Faber", in Kieslowskis Trikolore-Film "Drei Farben Weiß" oder neben Eric Stoltz in dem prätentiös-nihilistischen Tarantino-rip-off "Killing Zoe" spielte sie an der Seite von Ethan Hawke ihren vielleicht schönsten Part in Richard Linklaters Völkerverständigungsromanze "Before Sunrise". Unlängst schloß Julie Delpy zudem an der New York University als erste ihrer Klasse einen Lehrgang im Regieführen ab und drehte danach den Kurzfilm "Blah Blah Blah", der beim Los Angeles Independent Film Festival Premiere hatte.
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