In den letzten fünf Jahren hat Chan sich verstärkt in Hollywood engagiert. Mit "Rumble in the Bronx" (1994) begeisterte er ein weltweites Publikum - die Hongkong-Produktion wurde in Canada gedreht und in den USA von New Line Cinema in die Kinos gebracht. Diesem Hit folgten eine ganze Reihe ähnlich erfolgreicher Kinoeinsätze in den USA, darunter "Rush Hour", "Shang-High Noon", "Jackie Chan's Erstschlag", die "Police Story"-Serie und zuletzt "Rush Hour 2", der in den Staaten seinen Vorgänger um Längen übertraf. Nach wie vor ist Chan ein Spitzenstar des internationalen Kinos - sein Name steht für atemberaubende Stunts und sehr komische Slapstick-Sequenzen. Inzwischen ist er der Held einer amerikanischen Comic-Serie, er leiht sein Gesicht einem Sony-Playstation-Spiel und der eigenen Zeichentrickserie (die erste Staffel erreichte unter den neuen Zeichentrickserien Spitzenquoten für den Sender Kid's WB). Bei den MTV Movie Awards wurde Chan für sein Lebenswerk gewürdigt. Und ihm wurde Hollywoods größte Ehre zuteil: Er drückte seine Füße und Hände (und Nase!) in den feuchten Zement vor dem berühmten Mann's Chinese Theatre. Chan Kong-sang kam am 7. April 1954 in Hongkong zur Welt. Seine Eltern gehörten der Arbeiterklasse an. Als Siebenjähriger wurde Jackie in die Schule der Pekingoper aufgenommen. Zehn Jahre lang trainierte er Akrobatik, Gymnastik, Martial Arts, den Umgang mit Waffen, Tanz, Gesang und Schauspiel. Schon als Achtjähriger trat er erstmals in Filmen auf, und gleich nach seinem Schulabschluss begann er in den Studios der Shaw Brothers zu arbeiten. Zwei Jahre später zahlten sich sein Training und seine Hartnäckigkeit aus, er wurde vom Stuntman zum Stunt Coordinator befördert. Eines Tages beobachtete ihn ein Produzent bei seiner Arbeit mit den Stuntleuten und verschaffte ihm seine erste Filmrolle als Erwachsener in "Jackie Chan, der Meister mit den gebrochenen Fingern" (1971). Jahrelang drehte er Filme, in denen er sein Talent nur wenig einsetzen konnte. Doch 1978 bekam er mit "Die Schlange im Schatten des Adlers" und "Sie nannten ihn Knochenbrecher" endlich genug Freiraum, um sein eigenes komisches Genre zu entwickeln und damit die Filmindustrie von Hongkong zu revolutionieren. 1980 gab Jackie Chan sein Regiedebüt mit "Meister aller Klassen". Der Film stellt den Beginn seiner langjährigen Verbindung mit Produzent Raymond Chow dar - alle folgenden Chan-Filme wurde von Chows Golden Harvest Films produziert. Der Riesenerfolg von "Meister aller Klassen" brachte Chow Jackie Chan nach Hollywood, wo er die Hauptrolle in "Die große Keilerei" übernahm und neben Burt Reynolds, Roger Moore und Farrah Fawcett eine Gastrolle in "Auf dem Highway ist die Hölle los" spielte. Aufgrund seiner Erfahrung mit der amerikanischen Filmproduktionstechnik nahm Chan sich vor, die Verhältnisse in Hongkong zu verbessern. Deutlich wurde das in "Der Superfighter" (1983), einer Kostümfilm-Action-Komödie, die im Finale Chans Vorbildern aus dem amerikanischen Stummfilm einen ersten Tribut zollt, da diese seine Arbeit immer mehr beeinflussten: Mit hohem Risiko stellte er die berühmte Hochhaus-Uhrenszene aus Harold Lloyds "Safety Last" (Ausgerechnet Wolkenkratzer; auch: Sicherheit spielt keine Rolle) nach. In den USA drehte Chan "Highway 2" und "Der Protector", dann wurde sein Film "Police Story" 1986 vom New York Film Festival für den Wettbewerb ausgewählt. Die amerikanischen Kritiker begeisterten sich zunehmend für das Hongkong-Kino und priesen die von Chan inszenierten Fortsetzungen zu "Der Superfighter" und "Police Story" sowie seinen aufwändig produzierten "Der rechte Arm der Götter" (1986). In Anlehnung an die Komikerlegenden Buster Keaton und Harold Lloyd entwickelte Chan seinen unverwechselbaren Stil, der Humor mit lebensgefährlichen Stunts kombiniert. Inzwischen hat er über 100 Filme gedreht. Immer wieder verlässt er sich dabei auf langjährige Weggefährten, Regisseure wie John Woo, Kirk Wong ("The Big Hit"), Tsui Hark ("Double Team"), Stanley Tong und Schauspielerin Michelle Yeoh.
Als überragender Akrobat und Martial-Arts-Experte nährt
Jackie Chan seine Legende, indem er vor der Kamera immer wieder
sein Leben aufs Spiel setzt. Typischerweise enden seine Filme
mit Outtakes, nicht verwendeten Einstellungen, in denen die Fans
hautnah miterleben können, dass der verblüffendste Spezialeffekt
in Jackie Chans Filmen immer er selbst ist.
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