DreamWorks, MGM und Senator Intl, der internationale Zweig des deutschen Unternehmens, traten am Wochenende in einen Wettstreit um die Filmrechte des Comics "30 Days of Night". In Anbetracht der starken Gegner wäre man geneigt, Senator nur geringe Chancen auf den Zuschlag einzuräumen. Aber das Studio hatte einen Trumpf im Ärmel: "Spider-Man" Regisseur Sam Raimi.

Im Mai schloss Senator einen Dreijahresvertrag mit dem Inszenator ab, der sich mit Horrorfilmen wie "Tanz der Teufel" und "Darkman" einen Namen machte. Genau diese Art von Film will das Studio und der Regisseur in Zukunft mit moderaten Budgets anschieben. Filme wie "30 Days of Night" eben.

Aber auch DreamWorks- Produktionschef Mike De Luca wollte das Projekt an Land ziehen. Er hatte Kein Wunder, hatte er in seiner Zeit beim New Line Studio mit "Blade" eine ebenfalls auf einem Comic beruhende erfolgreiche Filmserie gestartet. Über das Wochenende reichten DreamWorks, MGM und Senator ihre Gebote ein, die allesamt im Bereich um 1 Millionen Dollar lagen.

Als Sieger aus dem Vertragspoker ging Senator hervor - nicht zuletzt, weil Raimi sein starkes Interesse an dem Stoff signalisierte. Das Projekt sei "vollkommen anders als die Horrorfilme der letzten Jahre", erklärte der Filmemacher. Trotzdem wird er nicht selbst die Regie übernehmen, da die Fortsetzung des Kassenschlagers "Spider-Man" seine volle Aufmerksamkeit fordert.

In der dreiteiligen Comicvorlage "30 Days of Night" von Steve Niles wird die kleine am Nordpol gelegene Stadt Barrow von einer Vampir-Horde überfallen. Für die lichtscheuen Blutsauger sind die Umweltbedingungen perfekt, da sich die Sonne für einen ganzen Monat nicht im Ort blicken lässt. Das für Recht und Gesetz zuständige Ehepaar steht vor der Entscheidung, das Heil in der Flucht zu suchen, oder die Stadt vor den Spitzzähnen bis zum lang entfernten Sonnenaufgang zu verteidigen.

Die Idee zu der Comic-Geschichte kam Niles, als er in einer Zeitung über den 500 Kilometer vom Pol entfernten Ort Barrow las. Die 4500 Einwohner hatten sich selbst ein Alkoholverbot auferlegt, um den wegen der ständigen Dunkelheit grassierenden Depressionen nicht weiter Vorschub zu leisten. "Ich dachte mir: Wenn ich ein Vampir wäre, würde ich mich auf den Weg dorthin machen", erinnert sich Niles.

Das plötzliche Wetteifern um seinen Comic nahm Niles mit einem wissenden Lächeln zur Kenntnis. Schon vor einigen Jahren habe man den Stoff ohne Erfolg verschiedenen Studios angeboten, erklärt er. Nun soll der Schöpfer der Comic-Serie selbst das Drehbuch zur geplanten Verfilmung zu Papier bringen.

"Wenn man ein Comic schreibt, geht es darum, einen Moment einzufrieren", erklärt Niles. "Diese Leute herumlaufen und reden zu sehen, wird erfrischend sein. Im Comic konnte ich ihre Liebe füreinander nur beispielhaft zeigen, sonst hätte ich allein dafür zwei Seiten gebraucht. Jetzt gibt es so viel mehr Möglichkeiten, die Charaktere zu entwickeln."

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